3.2.2013
Abstatter Tischtennisspieler erobern Württemberg

Die Region ist nicht genug. Gleich zum Auftakt des Tischtennisjahres 2013 sorgten die TGV-Spieler für einen doppelten Paukenschlag. Mit Saskia Kurtzhals trat zum ersten Mal eine Abstatter Jugendliche bei den Württembergischen Meisterschaften an und maß sich mit der Elite des Verbandes. Werner Kropsbauer schaffte das Unglaubliche. Mit einer sensationellen Leistung im Doppel-Wettbewerb der Senioren-Konkurrenz holte der Führungsspieler unserer Herren 2 den ersten Württembergischen Meistertitel der Vereinshistorie.
 
Senioren: Werner Kropsbauer schreibt Geschichte
Am 12. und 13. Januar wurden in Böblingen die Württembergischen Meisterschaften der Senioren ausgetragen. Gespielt wurde bei dieser Mammutveranstaltung in den Hermann-Raiser-Hallen auf insgesamt 40 Platten. Das Ziel aller Teilnehmer war die Württembergische Meisterschaft im Einzel, Doppel oder Mixed in den jeweiligen Klassen Senioren 40, Senioren 50, Senioren 60 etc. Mit Konstantin Agapov (S 40), Andreas Gall (S 50), Gunther Schmidt (S 50) und Werner Kropsbauer (S 60) wollten sich gleich vier Abstatter mit den Besten der Besten messen.
Dabei zeigten alle durchweg eine super Leistung und gewannen sowohl im Einzel als auch im Doppel einige Gruppenspiele, aber unter den letzten 32 bzw. den letzten 16 war in der Regel Schluss. Am ehesten an einer Medaille schnupperte noch Andreas Gall im Doppel zusammen mit Eberhard Goll (TSV Schwieberdingen) bei einer 9:6-Führung im fünften Satz gegen Schorradt/Kieser (VfL Kirchheim/TSV Heimsheim), die dann am Ende Württembergische Vizemeister wurden - schade, aber es hat nicht sollen sein.
Den großen Paukenschlag landete dann aber Werner Kropsbauer. Nach seinen Erfolgen bei den Bezirksmeisterschaften als Sieger im Einzel sowie Vize im Doppel in seiner Altersgruppe war er natürlich auch einer der Kandidaten für einen der vorderen Plätze bei den Württembergischen Meisterschaften. Souverän gewann er dann auch seine Gruppenspiele gegen zum Teil sehr starke Gegner und zeigte, dass er in Topform ist.
Wie enorm eng die Leistungsdichte im Spitzentischtennis ist, musste er dann jedoch leider in der K.O.-Runde gegen Josef Seitz (TSB Schwäbisch Gmünd) erleben, als er trotz guten Spiels im fünften und entscheidenden Satz denkbar unglücklich unterlag. Dafür spielte er dann mit seinem Partner Josef Schlopath, TSV Holzheim, ein überragendes Doppel und gewann nach einem sehr knappen Viertelfinale gegen Arnold/Baumhauer (SV Böblingen/TV Oeffingen, 3:1) das Halbfinale gegen Scherer/Duffner (SV Neresheim/VfR Birkmannsweiler) fast schon im Spaziergang (3:0). Im Finale reichte dann eine konzentrierte Leistung der beiden gegen die hoch gehandelte Paarung Ströbele/Vochezer (SC Vogt/1. TTC Wangen) zu einem glatten und verdienten 3:0-Sieg und damit zum Gewinn der ersten Württembergischen Meisterschaft eines Abstatter Tischtennisspielers - herzlichen Glückwunsch!
 

Ganz oben: Werner Kropsbauer (3.v.l.) holt an der Seite seines Doppelpartners Josef Schlopath (TSV Holzheim) den Sieg im Doppel der Senioren 60 und hat sich damit als erster Württembergischer Meister der Vereinsgeschichte in die Annalen des Abstatter Tischtennissports eingeschrieben.
 
Jugend: Starke TGV-Premiere durch Saskia Kurtzhals
Eine E-Mail brachte die große Kunde. Kristin Fabriz hatte abgesagt, für die Bezirksmeisterin von der Neckarsulmer Sportunion durfte die Bezirksmeisterschafts-Zweite nachrücken. Silbermedaillen-Gewinnerin Saskia Kurtzhals wurde für die Württembergischen Meisterschaften der Jugend nominiert und sollte in der Altersklasse der Mädchen U13 den Bezirk Heilbronn auf Verbandsebene vertreten. Noch nie zuvor hatte eine Abstatter Jugendliche auf württembergischer Ebene gespielt, Saskia nahm die Herausforderung an.
Am 13. Januar ging es nach Klosterreichenbach, einem Teilort von Baiersbronn im Nord-Schwarzwald. Hier traf sich die Elite des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern, um die Besten der Jugendjahrgänge U11 bis U18 zu ermitteln. Saskia wusste, dass sie hier nichts zu verlieren hatte, die zwölfjährige Abstatterin wollte den Bezirk Heilbronn aber so gut wie möglich repräsentieren - und das gelang ihr auch. Obwohl in ihrer Gruppe eigentlich an vierter und letzter Position gesetzt, erreichte sie mit großartigem Kampfgeist die K.O.-Runde. Zwei favorisierte Kontrahentinnen, Lena Knöller vom TV Calmbach und Miriam Kuchelmeister vom SV Hohentengen, bezwang die Abstatterin jeweils in vier starken Sätzen, nur der späteren Gruppensiegerin Celine Henseling vom SV Remshalden musste sie gratulieren. Was vielleicht auf Bezirksebene nur ein kleiner Schritt gewesen wäre, ist auf württembergischer Ebene ein großartiger Erfolg. Spätestens in der Hauptrunde kommen dann aber nicht nur die dicken, sondern die ganz dicken Broc ken. Im ersten K.O.-Spiel gegen Mona Brock war nichts zu machen, die Kontrahentin vom TV Deggingen, die von ihrer Ranglistenpunktzahl als U13-Mädchen durchaus auch in den unteren Herren-Ligen gut müsste mithalten können, war zu stark und siegte mit 3:0.
 

Eine Abstatterin unter den Besten Württembergs: Saskia Kurtzhals (12) vertrat den Bezirk Heilbronn als erste TGV-Jugendliche bei den Württembergischen Meisterschaften.
 
Nach dieser tollen Leistung im Einzel hätte es im Doppel dann sogar fast noch die Sensation gegeben. An der Seite von Lisa Patzer vom TSV Stetten, mit der sie im Oktober an den Bezirksmeisterschaften das erste Gold der Abstatter Jugend-Geschichte geholt hatte, siegte Saskia im Achtelfinale und im Viertelfinale scheiterten die beiden nur mit einem ganz knappen 1:3 an der Paarung Henseling/Kasper (SV Remshalden/TTC Hegnach). Mit einem Sieg hätten Lisa und Saskia das Halbfinale erreicht und damit (mindestens) die Bronzemedaille gewonnen.
Saskia darf auf ihr Debüt auf Verbandsebene stolz sein, nicht nur der TGV Abstatt, sondern auch der ganze Tischtennisbezirk Heilbronn hatten eine würdige Vertreterin. In diesem Sinne: Auf Wiedersehen, Württemberg!
Gunther Schmidt/Simon Leißler