Licht und Schatten
TG Böckingen I - TGV Abstatt II 8:8
Licht und Schatten ... und am Ende ein gerechtes Unentschieden. Das war das Fazit der (durchaus zufriedenen) Mannschaft nach diesem packenden, aber nicht ganz einfachen Auswärtsspiel. Zu kämpfen hatten wir mit den kompakten Böckingern, dem rutschigen Boden sowie einer hellen Fensterfläche, bei der eine Sonnenbrille angebracht gewesen wäre.
Dementsprechend lagen wir schnell mit 1:3 hinten, bevor wir uns zurück ins Match kämpften. Allein unser Spitzendoppel Markus/Gunther konnte sich durchsetzen, wobei Ines/Konstantin durchaus ebenfalls Siegchancen hatten, im entscheidenden Moment allerdings die Sicherheit fehlte. Frank/Werner fanden nicht zum Spiel und mussten ihre erste Niederlage in dieser Saison einstecken, gegen ein starkes, eingespieltes Dreierdoppel. Gleich weiter ging's mit einer Blitz-Niederlage von Markus gegen den leichtfüßigen Volovyk, der im Doppel kaum einen Ball getroffen hatte, jetzt aber aufdrehte. Nun war es wichtig, nicht den Anschluss zu verlieren. Dies gelang auch durch Ines, die sich allerdings erst auf das einschläfernde aber effektive Spiel ihres Gegners einstellen musste, letztendlich aber dann deutlich gewann. Und Frank setzte mit einem schnellen 3:0-Sieg gegen Mößner, dessen Spielweise ihm entgegenkam, gleich nach. Doch wieder gingen die Böckinger mit zwei Spielen in Führung, wobei Gunther und Konstantin ihre Spiele übe rlegen führten, um sie sich doch noch klauen zu lassen. Erst Konstantin, der sich im vierten Satz durch unkontrollierte Schreie seines Gegners aus dem Konzept bringen ließ, parallel Gunther, der alles im Griff hatte, und nachher nicht so recht wusste, warum er eigentlich verloren hatte.
Ein deutlicher Sieg von Werner gegen den kriselnden Habermeier stand einer ebenso klaren Niederlage von Ines gegenüber, die gegen den schon erwähnten Volovyk (wie auch Markus) keine rechten Mittel fand, um ihn in Bedrängnis zu bringen. Doch die eigentliche Überraschung brachte heute Markus: Er hatte im ersten Satz mit seinem gewohnten Angriffsspiel Roland Huber dermaßen beherrscht, dass wir diesen Punkt gedanklich schon für uns verbucht hatten. Den zweiten Satz ließ er sich irgendwie klauen, um dann in den folgenden Sätzen total den Faden und damit das Spiel zu verlieren. Zitat Markus: "Meine schlechteste Saisonleistung!" Gunther konnte dann im zweiten Durchgang seine ganze Energie und Klasse (aufgeladen von der unnötigen Niederlage) in sein zweites Einzel stecken. Er bewegte sich gut, ging aggressiv in Angriffsbälle seines Gegners und zermürbte diesen durch ein wirklich gutes Spiel. Nebenan hatte Frank mal wieder Probleme, nach der langen Pause in sein zweites Spiel zu finden und so waren die ersten beiden S ätze sofort weg. Er erkämpfte sich zwar tatsächlich noch den Satzausgleich, doch gelang ihm diese Leistung im fünften Satz leider nicht mehr. Nun lagen wir mit 5:8 zurück und mussten eine drohende Niederlage verhindern.
In einem dramatischen Spiel um alles oder nichts hatte Werner souverän und mit dem richtigen Konzept 2:0 Sätze vorgelegt. Aber auch er ließ sich gegen "den Schreier" Michael Schaller etwas aus dem Konzept bringen. Und so ging's in einen packenden fünften Satz, bei dem beide Spieler nicht nachgaben und um jeden Ball kämpften. Beim Stand von 9:10 bewies Werner Nervenstärke und konnte sogar durch einen seiner einzigartigen Vorhand-Schüsse einen Matchball abwehren, um seinerseits in der Verlängerung mit 12:10 zu gewinnen. Nun fehlten "immer noch" zwei Siege zum Unentschieden. Dass Konstantin sein zweites Spiel gewinnen würde, daran zweifelte keiner, denn seine Frau Elena unterstützte ihn mittlerweile mit Leib und Seele. Und so durften wir die Nervenanspannung eines Schlussdoppels mit der Chance auf ein Unentschieden ertragen. Aufgrund des Drucks war das Spiel anfangs geprägt von einigen leichten Fehlern auf beiden Seiten. Doch je länger das Spiel dauerte, desto mehr setzte sich unsere Angriff-Abwehr-Kombination M arkus und Gunther durch - wobei sogar Gunther diesmal der aktivere Spieler war, ein starkes Doppel ergänzt sich eben. Und so konnten wir nach fast vier Stunden über das 8:8 jubeln und gönnten uns zufrieden einen netten Ausklang mit den Böckingern auf der Jahnheide.
Nun stehen uns an drei Wochenenden jeweils Doppelspieltage bevor, die uns nicht weniger fordern werden. An diesem Wochenende starten wir mit Beilstein und Brackenheim gegen zwei Gegner, die in der Tabelle hinter uns liegen.
Frank Dreeßen