Durch treue Weiber, Wein und Sang hat (hatte) Weinsberg seinen guten Klang.
TSV Weinsberg I - TGV Abstatt II 7:9
Getreu der Geschichte der treuen Weiber trugen wir das Wichtigste aus Weinsberg fort. Und zwar zwei Punkte bei unserem knappen, aber grandiosen Sieg gegen den Tabellendritten. Und das nach einem Viereinhalb-Stunden-Krimi, bei dem es an nichts fehlt - knisternde Spannung, tolle Ballwechsel, Führungen und Rückstände und eine tolle Stimmung bei den Zuschauern.
Rückenwind gab uns schonmal die 2:1-Führung nach den Doppeln. Klarer Sieg für Gunther/Markus. Frank/Werner begannen souverän, ließen dann die Zügel etwas zu locker und mussten sich im fünften Satz gewaltig steigern, was ihnen auch gelang. Ines/Konstantin hatten gegen das Weinsberger Einserdoppel ebenfalls Chancen, entscheidend war aber der zweite Satz, der denkbar knapp mit 12:14 verloren ging.
Nicht zum Spiel fand Markus gegen unseren Ex-Abstatter Matthias De Frenne. Ines hingegen lieferte sich mit Joshua Bauer fantastische Ballwechsel am laufenden Band. Jeder Satz war heiß umkämpft und Ines bewies wieder mal ihren unbändigen Siegeswillen. Nach 1:2-Satzrückstand erkämpfte sie sich nervenstark jeweils die Sätze vier und fünf in der Verlängerung. Ebenfalls eines der insgesamt acht Fünf-Satz-Spiele lieferte Gunther Schmidt gegen Pit Müller. Nach 2:1-Satzführung stellte sein Gegner auf totale Passivität um und schupfte die Bälle nur noch rüber. Früher hätte man da sicher ein "Zeitspiel" gemacht, bei dem der Aufschläger mit der 15. Ballberührung den Punkt machen musste. Heute nicht mehr üblich, dauerte das Spiel ewig, doch Gunther verlor trotz Gegenwehr Spiel, Satz und Sieg. Frank begann gegen den Abwehrspieler Günter Scholl recht stark, ging in Führung, doch dieser stellte ebenfalls gekonnt sein Spiel um und drehte dies wiederum zur 2:1-Führung. Im vierten Satz bei 7:5-Vorteil für Frank packte Günter m al wieder seine bekannte Unsportlichkeit aus und brüllte (zu Unrecht) die Zuschauer an. Frank ließ sich dadurch aus dem Konzept bringen und machte keinen Punkt mehr. Da auch Konstantin im Fünften knapp verlor, wurde es brenzlig, da wir nun 3:5 in Rückstand geraten waren und das Spiel zu kippen drohte. Doch wir kamen zurück - und wie!
 

Wie ausgewechselt: Nach einer glatten 4:9-Niederlage in der Vorrunde zeigte die Zweite im Rückspiel gegen Weinsberg, was wirklich in ihr steckt. (v.l.: Werner Kropsbauer, Konstantin Agapov, Frank Dreeßen, Gunther Schmidt, Ines Marquardt, Markus Mack)
 
Erst entschied Werner sein Spiel, das bis zum Ende auf Messers Schneide stand, gegen den quirligen Vetter im fünften Satz für sich. Dann fertigte Ines die Weinsberger Nummer 1 ab, wobei diese gegen Ines immer ein wenig unsicher und zerfahren wirkt (was Ines tolle Leistung nicht schmälert). Und dann zeigte auch Markus eine klasse Leistung und brachte uns wieder mit 6:5 in Führung. Hier wurde uns schnell klar, dass das Match weit über die vier Stunden hinausgehen würde. Die mitgereisten Schlachtenbummler hatten schon rote Hände vom vielen Klatschen und die Rücken taten auch schon weh. Aber alle hielten durch und langsam ging`s zur entscheidenden Phase.
In blendender Spiellaune zeigte sich Frank bei seinem klaren Blitzsieg, bei dem Pit Müller mit Franks Tempo nicht mithalten konnte. Alle Chancen hatte Gunther auf dem Schläger, als er im fünften Satz im Abwehrduell gegen Scholl mit 8:3 führte. Doch nun spielte sein Gegner gegen Ende immer sicherer und holte sich Punkt um Punkt - und in der Verlängerung das Spiel. Der sicher geglaubte Punkt zum Unentschieden war damit verflogen. Und als dann auch Werner (ebenfalls in der Verlängerung des fünften Satzes) unglücklich gegen Haaga verlor, ahnten wir Böses. Denn Konstantin war nach zurückhaltendem Spiel mit 1:2 schon mit dem Rücken an der Wand. Im vierten Satz aber startete er wie ausgewechselt, bewegte sich gut und auf einmal kamen seine berühmten Vorhand-Topspin-Schüsse aus jeder Lage. Und diese Form und Nervenstärke bewies er auch im fünften Satz und holte dadurch schonmal einen wichtigen Punkt zum Unentschieden. Jetzt hatten wir Blut geleckt und wollten natürlich mehr. Dafür warfen wir unser neues Einserdoppel Markus und Gunther in die Waagschale. Und nach gutem, konzentriertem Spiel konnten wir nach knapp viereinhalb Stunden "großem Sport" die Arme in die Höhe reißen.
Mit dieser geschlossenen Mannschaftsleistung und dem Sieg im Rücken sollten wir mit genügend Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen. Morgen, 17 Uhr, sind wir beim Tabellenvierten Friedrichshaller SV zu Gast, der ebenfalls eine starke, vor allem ausgeglichene Mannschaft vorweisen kann.
Frank Dreeßen