Los- und Verletzungspech für Abstatt: Rekord-Pokalsieger draußen!
TGV Abstatt II - VfL Brackenheim I 1:4
Vielleicht nicht gleich im zweiten Spiel auf eines der Top-Teams im Wettbewerb treffen und wenigstens noch ein paar Runden überstehen - das war die Hoffnung der Herren 2 nach dem Erstrunden-Erfolg gegen Ligakonkurrent Böckingen bei den diesjährigen Pokalmeisterschaften. Viermal in Serie hatten die Rekord-Aufsteiger die Trophäe in den letzten vier Jahren auf ihrem Weg nach oben gewonnen, nun starteten wir aber zum ersten Mal im Bezirkspokal, der höchsten Konkurrenz des Landkreises. Als Bezirksklasse-Mannschaft gehörten wir im Tableau zu den klaren Außenseitern, zumal auch Bezirksliga- und Landesliga-Teams hier startberechtigt sind. Unsere Hoffnungen auf eine machbare zweite Runde wurden mit Bekanntwerden der Auslosung jäh zerstört, denn der Gegner war ausgerechnet Brackenheim I: Spitzen-Mannschaft der zwei Klassen höheren Landesliga, Bezirkspokal-Sieger der letzten beiden Jahre, das vielleicht beste Team im Wettbewerb!
Das VfL-Trio kam letzten Donnerstag ins Vereinszentrum und wir hatten uns vorgenommen, die Titel-Favoriten zumindest so gut wie möglich zu ärgern und vielleicht unsere kleine Außenseiterchance zu nutzen, wenn sie sich denn bieten würde. Das Spiel gestaltete sich dann auch in der Tat viel offener, als man es von einer Begegnung dieser Art von der Papierform her hätte erwarten dürfen. Unser Auswahl-Trio Ines Marquardt, Markus Mack, Frank Dreeßen präsentierte sich als ebenbürtiger Gegner und Brackenheim musste kämpfen.
Den ersten Paukenschlag gab es, als Markus wie im Rausch Landesliga-Ass Oliver Küstner demontierte. 11:8, 11:2 und 11:7 - eine absolute Glanzleistung! Und der VfL kam noch stärker in Bedrängnis, denn Ines trieb Klaus Hessenauer an den Rand einer Niederlage. 2:1 führte unsere Nummer 1 schon, musste sich dann aber doch noch hauchdünn mit 8:11 und 9:11 in den Sätzen 4 und 5 geschlagen geben. Was bei einer 2:0-Führung für Abstatt vielleicht möglich gewesen wäre, wollen wir uns im Nachhinein gar nicht mehr vorstellen. Frank unterlag anschließend dem jungen Patrick Schuster mit 0:3. Im Doppel kam dann zum Lospech leider auch noch Verletzungspech. Ein plötzlicher Ausfallschritt von Ines und es war passiert: ein stechender Schmerz im rechten Oberschenkel, Verdacht auf Muskelfaserriss! Mit diesem Handicap war das Doppel an der Seite von Markus nicht mehr zu gewinnen und ging mit 0:3 an die Gäste. Und auch die Hoffnungen auf eine Sensation mussten wir damit endgültig begraben. Ines konnte ihr zweites Einzel nicht mehr durchspielen. Sie kämpfte sich gegen Küstner zwar noch durch drei Sätze, von denen sie sogar einen gewinnen konnte, im vierten musste sie dann jedoch aufgeben und damit war es zu Ende. Der Titel-Verteidiger hatte mit 4:1 gewonnen, Abstatt war draußen.
Ein trauriges Ende unserer vierjährigen Siegesserie im Pokal, aber wir haben uns teuer verkauft. Ohne die Verletzung von Ines wäre die große Überraschung vielleicht tatsächlich möglich gewesen, denn das nachfolgende Einzel wäre wohl ein Punkt für den TGV geworden. Wenige Minuten nach der Aufgabe unserer Nummer 1 verwandelte Frank seinen Matchball gegen Klaus Hessenauer, bezwang den starken Brackenheimer zum ersten Mal in seiner Karriere - doch leider war die Begegnung bereits entschieden. Der Punkt kam nicht mehr in die Wertung.
Simon Leißler