Schlaf-Start, Verletzungspech und ein starker Gegner
TGV Abstatt II - TSG Heilbronn III 5:9
Willkommen in der Bezirksklasse! Nach zwei mühelosen Siegen gegen abstiegsgefährdete Kontrahenten hatten es die Abstatter Rekord-Aufsteiger am letzten Sonntag mit der ersten Top-Mannschaft der neuen Liga zu tun - und wurden eiskalt erwischt.
Die TSG Heilbronn III gehört zu den Mitfavoriten um die Meisterschaft und war in starker Aufstellung zum ersten Heimspiel der Herren 2 ins Vereinszentrum gekommen. Nach einer ersatzbedingten 7:9-Niederlage in der Auftaktbegegnung gegen Untereisesheim war nun auch die neue Nummer 1 des Teams, Gerd Schäfer, gegen den TGV mit an Bord. Die siegesverwöhnten Abstatter Spieler (nur vier Niederlagen in den letzten vier Saisons) ließen sich von der Stärke ihres hochkarätigen Gegners überraschen, erlaubten sich zu viele Fehler und wurden von den Gästen im ersten Durchgang regelrecht überrollt. Nur Gunther und Simon im Doppel sowie Markus im Einzel konnten sich der anstürmenden TSG erfolgreich entgegenstellen, alle anderen Partien gingen an die Gegner.
Der Blick auf die Zähltafel war ein Schock für die Abstatter: 2:7, die Erfolgs-Truppe stand kurz vor ihrer größten Blamage! Nun endlich, im Angesicht der drohenden Demontage durch die Heilbronner, wachten die TGV-Spieler auf. Für einen Sieg war es vielleicht schon zu spät, aber so wollte sich die Herren 2 auf keinen Fall geschlagen geben. Mit einem 3:1 gegen Schäfer läutete Ines die Aufholjagd ein, aber Markus konnte nicht nachziehen. Unsere Nummer 2 quälten seit dem Doppel schlimme Rückenschmerzen. Physiotherapeut Jörg Schukraft aus der parallel spielenden Herren 1 hatte eine Muskelverhärtung im Lendenwirbel-Bereich diagnostiziert. In diesem Zustand konnte Markus bei weitem keine 100 Prozent abrufen, doch er kämpfte und holte das Letzte aus sich heraus. Auch wenn er Schäfer noch verletzt hatte niederringen können, für Beck reichte es im zweiten Einzel leider nicht mehr. Der TSG-Spieler konnte mit einem 3:1 den achten Punkt für sein Team holen.
Der wiederentfachte Kampfgeist der Abstatter wurde dadurch aber nur noch mehr angeheizt und jetzt zeigten auch Gunther und Frank in der Mitte, was sie wirklich drauf haben. Nach eher durchwachsenen Leistungen im ersten Durchgang gelang es den beiden nun, den erforderlichen Gang hochzuschalten und zwei 3:1-Erfolge einzufahren. Der Vorsprung der Heilbronner war auf 5:8 zusammengeschmolzen, ein Sieg für den TGV war zwar nicht mehr möglich, aber die Abstatter waren wild entschlossen, zumindest noch das Unentschieden zu holen. Und die Zeichen dafür standen gut: Simon spielte hoch konzentriert und bezwang mit Gurrath einen der erfolgreichsten Spieler im hinteren Paarkreuz glatt mit 3:0. Parallel erkämpfte sich Werner am Nachbartisch die 2:1-Satzführung gegen Gailing und alles roch nach Schlussdoppel.
In einer knisternden Atmosphäre war den Heilbronnern die Anspannung anzumerken. Sie mussten zusehen, wie die Abstatter ihnen einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand zu nehmen drohten. Doch leider reichte es nicht ganz für die Sensations-Wiedergeburt der Herren 2. Werner konnte seinen hart attackierenden Kontrahenten im vierten und fünften Satz nicht mehr ausreichend unter Kontrolle halten und unterlag knapp mit 8:11 und 9:11. Damit war der Sieg von Simon hinfällig, da sein Spiel erst nach dem seines Teamkameraden gezählt hätte, aber zu diesem Zeitpunkt die Heilbronner bereits neun Punkte hatten.
 

Scherben bringen wohl auch rückwirkend Glück: Heilbronns Nummer 6 Marius Gurrath beim Zusammensammeln der Bruchstücke seines während der Siegesfeierlichkeiten von einem herumirrenden Gymnastikball getroffenen Bierglases. Seine Niederlage im zweiten Einzel kam nicht mehr in die Wertung.
 
Zu spät waren die Abstatter in dieser Partie aufgewacht, zu lange hatte es gedauert, sich auf das neue Niveau einzustellen. In der Bezirksklasse reicht ein furioser Endspurt allein nicht mehr aus, hier müssen wir von Beginn an unsere volle Leistung abrufen, wenn wir ganz vorne mitspielen wollen. Die TGV-Spieler haben ihre Lektion gelernt und werden für die kommenden Herausforderungen gewappnet sein.
Bis zum 31. Oktober haben wir nun Zeit, uns in die nötige Form zu bringen, dann begrüßen wir um 10 Uhr den TSV Weinsberg im Vereinszentrum. Nächsten Donnerstag (21.10.) wird es aber auch schon wichtig, denn dann starten wir um 20.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen Böckingen in den Pokalwettbewerb.
Simon Leißler