Mühsam nährt sich das Eichhörnchen
SV Bad Wimpfen-Hohenstadt I - TGV Abstatt II 5:9
Irgendwie läuft es nach der langen Spielpause zu Vorrundenbeginn immer noch nicht 100-prozentig rund beim Tabellenführer, aber es wird besser. In der Vorwoche hatten die Abstatter ersatzgeschwächt in Obereisesheim die erste Niederlage seit mehr als zwei Jahren kassiert und so war es nun wichtig, beim Match gegen den Tabellensechsten Bad Wimpfen-Hohenstadt am letzten Samstag wieder ein Zeichen zu setzen.
Die TGV-Spieler hatten sich einen möglichst komfortablen Sieg vorgenommen, wussten aber, dass die Gastgeber keineswegs zu unterschätzen sind, vor allem nicht in ihrer eigenen Halle. Das Spiellokal der Wimpfener ist nämlich alles andere als konventionell und gleicht eher einem Dachboden als einer Sporthalle. Dachschräge mit Holzbalken, Platz für gerade einmal zwei Tische, Schwingtüre wie in einem Western-Saloon und der Zuschauerbereich ist eine gemütliche Stammtischecke mit Bar. Da muss man sich erst einmal daran gewöhnen, aber nach dem ersten Schrecken stellt man schnell fest, dass die Bedingungen eigentlich sehr angenehm sind.
 

"Gut Heil" steht auf dem Wappen an der hinteren Wand des Wimpfener "Sport-Kämmerchens" und zumindest für die Abstatter (hier bei der Begrüßung durch Hohenstadts Mannschaftsführer Ron Bär) hat sich dieser Wunsch am Ende auch erfüllt. V.l.: Gunther, Werner, Frank, Konstantin, Markus; hinter der Fotolinse: Simon
 
Nach den Doppeln war Abstatt durch Siege von Markus Mack/Werner Kropsbauer und Frank Dreeßen/Konstantin Agapov sowie dem 0:3-Debakel von Gunther Schmidt/Simon Leißler mit 2:1 in Führung und vorne holte Markus im fünften Aufeinandertreffen den fünften Sieg gegen seinen ehemals in Eberstadt spielenden Paradegegner Jürgen Schmid (3:0). Gunther hingegen erwischte einen rabenschwarzen Tag, fand nie richtig zu Normalform und musste gegen Huck seine allererste 0:3-Einzel-Niederlage im Herren-2-Trikot einstecken. In der Mitte und hinten wurden durch Siege von Frank und Konstantin die Punkte geteilt - Halbzeitstand: 5:4 für Abstatt. Ein nach einem etwas wackeligen Rückrundenstart wiedererstarkter Markus punktete auch im zweiten Einzel gegen Huck und für Gunther, der in vier Jahren bei der Herren 2 vor diesem Spiel insgesamt erst fünf Einzel verloren hatte, war der Unglückstag vollends perfekt, als er auch das dritte Match des Tages mit 0:3 abgeben musste. Im mittleren Paarkreuz überzeugte einmal mehr ein bärenstarker Frank, der ein nervenstarkes und hochklassiges 11:9 im fünften Satz gegen Scheer errang und diesmal punktete auch Werner. Den Abschlusssieg holte ein überzeugender Konstantin, der Bär mit 11:5, 11:5 und 11:4 gnadenlos von der Platte schoss.
Ein wirklich komfortabler Sieg sieht natürlich etwas anders aus, aber Hauptsache, wir haben überhaupt gewonnen, denn die Wimpfener sind trotz ihres Tabellenplatzes im unteren Mittelfeld eine schlagkräftige Truppe. Hoffentlich kehrt für die letzten fünf Saisonspiele die Souveränität der Vorrunde noch zurück, denn drei davon sollten wir noch gewinnen, um die Meisterschaft rechnerisch sicher unter Dach und Fach zu bringen. Am Wochenende könnte es gleich wieder wackelig werden, denn zwar erwarten uns am Samstag mit Bad Friedrichshall und am Sonntag mit Willsbach erneut Gegner aus der unteren Hälfte des Tableaus, aber dafür müssen wir auch in beiden Partien auf unsere momentan sicherste Bank Frank Dreeßen verzichten, der sich seinen Skiurlaub aber trotzdem mehr als nur verdient hat. Hals- und Beinbruch, Frank!
Simon Leißler