12.8.2012
Die große Jagd nach dem Schatz vom Schozachtal

Irgendwo in den unerforschten Weiten des mystischen Schozachtales war ein sagenumwobener Schatz versteckt, es war die Aufgabe der Tischtennis-Jugend, diesen zu finden. 29 abenteuerlustige Schatzsucherinnen und Schatzsucher trafen sich am ersten Sommerferientag (26. Juli) um 10 Uhr am Vereinszentrum, um sich auf die gefährliche Reise zu begeben. Das Ziel war unbekannt, die einzigen Hilfsmittel, die die Mädchen und Jungen zur Verfügung hatten, waren ihre unermüdlichen Beine, ihre Cleverness - und ein GPS-Gerät.
Geocaching heißt die moderne Form der Schnitzeljagd, auf die wir uns beim diesjährigen Jugendausflug begaben, hierbei müssen mithilfe eines kleinen Orientierungsgeräts mit Satelliten-Empfang und Umgebungskarte in der Natur versteckte Hinweis-Behältnisse gefunden werden. Jedes Behältnis enthält ein Rätsel, nur wenn man dieses löst, bekommt man die Koordinaten, die man dann in das GPS-Gerät eingeben kann, damit es einen zum nächsten Zwischenziel führt. Die Schatzsuchertruppe wurde von Chef-Abenteurer Torsten Merz in drei Gruppen eingeteilt, nur eine konnte am Ende den Schatz für sich beanspruchen. Siegreich sein sollten aber nicht die, die am schnellsten am unbekannten Zielort ankommen, sondern die, die mit der wenigsten Hilfe in der Lage sein würden, alle Rätsel auf ihrem Weg zu knacken.
 

Torsten Merz erklärt den Abenteurern die Regeln der Schatzsuche. Mit 29 Mädels und Jungs waren so viele Teilnehmer dabei wie bisher noch nie an einem Tischtennis-Jugendausflug.
 
Nach einer Einführung in die Finessen der Schatzsuche des 21. Jahrhunderts ging es dann endlich los, die ersten Koordinaten bekamen die drei Gruppen direkt am Startpunkt, für jede wies der Weg in eine andere Richtung. Und dann begann das Abenteuer. Die Hüter des Schatzes hatten sich größte Mühe gegeben, dass dieser niemals gefunden wird, die Jugendlichen mussten all ihr Können und Geschick aufbieten, um nicht in den wilden Landen des Schozachtals auf Nimmerwiedersehen verloren zu gehen.
Bereits die ersten Zwischenziele entpuppten sich als gewaltige Herausforderungen. In der Nähe des CAP-Marktes hatte die Gruppe 3 Raymund, Alex, Fabian, Michael, Marcus, Konstantin, Daniel, Jens und Sven mit ihren Betreuern Matthias Rüger und Simon Leißler den ersten Hinweis verpackt in einem Plastikbehälter im hohen Gras am Fuße eines Baumes gefunden, doch das darin verborgene Rätsel hatte es in sich: "Ergänzt die fehlende Zahl: 3, 4, 6, ?, 12, 14, 18, 20." Nach Einsatz von Hirnschmalz, mobilem Internet und Telefonjokern war man immer noch nicht schlauer. Einen der mitgenommenen, aber versiegelten Hinweis-Umschläge wollten die Schatzsucher aber nicht öffnen, denn dies bedeutete jedes Mal einen Minuspunkt. Und den großen Schatz sollte am Ende nur das Team bekommen, das die wenigsten Minuspunkte auf dem Konto hat. Also ging man das Wagnis ein, aufs Bauchgefühl zu hören und zu raten. Mit der vermuteten Zahl war die Koordinate des nächsten Zwischenziels vollständig, war die Annahme aber falsch, konnte dies bedeut en, dass die Gruppe im schlimmsten Fall mehrere Kilometer in die völlig falsche Richtung gehen würde. Nach rund zehn Minuten dort angekommen, wo der nächste Hinweis verborgen sein musste, wenn die vermutete Zahl richtig war, fand die Gruppe - nichts! Auf einer Obstwiese zwischen Abstatt und Wüstenhausen suchten die Jungen und die Trainer alles ab, doch ohne Erfolg. Sie standen kurz davor, doch einen der Hinweisumschläge zu öffnen, als Daniel in einem kleinen Astloch ein weißes Döschen entdeckte. Große Erleichterung, richtig geraten, der nächste Hinweis war gefunden, die Gruppe auf dem richtigen Weg.
Bei unerbittlichem Sonnenschein und Temperaturen von 30 Grad und mehr arbeiteten sich die Abenteurerteams durch das Schozachtal. In Hecken, auf Bäumen, vergraben in der Erde, im Schilf eines Flusses, in einem Wasserrohr - überall hatten die Schatzhüter ihre Hinweise versteckt, nicht nur einmal waren die Suchenden kurz davor aufzugeben. Doch mit Teamarbeit und Durchhaltevermögen klappte es dann doch immer wieder, mit jedem gelösten Rätsel kam man dem unbekannten Ziel näher.
 

Überall konnten die Hinweise versteckt sein: Während Raymund Hackett (links) im Schlamm wühlen musste, fand Jannis Albrecht (rechts) das nächste Rätsel nur durch Klettern.
 
Der Weg führte in Richtung Ilsfeld, meist nicht über normale Pfade und Straßen, sondern durch Wiesen, Felder, Wälder und Dornengestrüpp. In südlicher Richtung ging es aus Ilsfeld hinaus - und nach Stunden der Entbehrung und der großen Heldentaten war das Ziel erreicht. Die letzten Koordinaten führten zu einem Wald-Grillplatz an der Landstraße Richtung Pfahlhof, hier wartete Friederike Merz auf die erschöpften Abenteuer mit einem angeheizten Grill, köstlichen Salaten und Kuchen.
Als erste kamen die Jüngsten am Ziel an, die Kids aus der Anfängergruppe mit Trainer Torsten Merz hatten ihre Route am schnellsten bewältigt und auf der ganzen Strecke nur ein einziges Mal einen Hinweisumschlag öffnen müssen. Die Gruppe von Niklas Erdmann, Saskia Erdmann und Franzi Blind erreichte den Grillplatz als zweite, doch sie waren aus dem Kampf um den Schatz ausgeschieden. Zu hart und zu schwierig war die Route des Teams gewesen, irgendwann hatte die Gruppe das Handtuch geworfen und, ohne die letzten Hinweise zu suchen, direkt den Grillplatz angesteuert. Viel Zeit verging, die beiden angekommenen Gruppen stärkten und vergnügten sich, doch wo war die Gruppe 3?
Als schon niemand mehr mit ihnen rechnete, brachen elf ausgelaugte Gestalten durch das Dickicht um die Waldlichtung. Nach über fünf Stunden (!) hatte auch die reine Jungs-Truppe der Betreuer Matthias und Simon das Ziel erreicht, durchgeschwitzt, durchgebraten, völlig am Ende ihrer Kräfte. Nun die große Frage: Wie viele Hinweisumschläge hatten sie auf ihrer Odyssee öffnen müssen, um die elf versteckten Rätsel zu finden und zu lösen? Keinen einzigen! Ohne ein einziges Mal der Versuchung der leichten Hilfe zu erliegen, hatten sich Raymund, Alex, Fabian, Michael, Marcus, Konstantin, Daniel, Jens und Sven durchgebissen und durften nun ihre verdiente Belohnung in Empfang nehmen. Noch ein letztes Bonusrätsel musste bewältigt werden, aber auch das schafften die Jungs der Gruppe 3 noch einmal mit Bravour, dann waren sie da, die letzten Koordinaten. Nur wenige Meter vom Grillplatz entfernt im Wald fand Raymund in einem ausgehölten Baum den sagenumwobenen Schatz des Schozachtals, eine blaue Tupper-Dose, prall gefüllt mi t Gummibärchen!
Die siegreichen Abenteuer ließen sich feiern, doch der Tag war noch nicht zu Ende. Nachdem auch die letzte Gruppe sich noch kurz hatte stärken können, brachen wir wieder auf und marschierten nach Auenstein, wo wir einen sensationellen Ausflugstag mit einer munteren Runde Bowling im Kühlen ausklingen ließen. Um 19 Uhr ging es auf die letzte Etappe, von Auenstein zurück zum Ausgangspunkt unserer Reise ans Vereinszentrum nach Abstatt. Wirklich erschöpft nach so vielen Kilometern Wandern in der Gluthitze, aber alle unversehrt und glücklich, verabschiedeten wir uns für sechs Wochen und wünschten einander schöne Sommerferien.
 

Fürs Bowling mobilisierten alle noch einmal ihre letzten Reserven (links: Justin Ulmer, rechts: Tobias Mödinger)
 
Ein großes Lob an all unsere Schatzsucher, ihr habt super durchgehalten und es hat richtig Spaß gemacht! Ganz besonders danken müssen wir aber unseren Schatzhütern Torsten, Niklas und Matthias, die in tagelanger, liebevoller Detailarbeit drei genauso anspruchsvolle wie abwechslungsreiche Routen zum Ziel gelegt hatten. Männer, das wirklich toll, eine Erfahrung, die wir alle so schnell nicht vergessen werden! Danke auch an unsere wie immer fleißigen Eltern, die uns mit Salaten und Kuchen versorgt haben, die jeder zur Stärkung dringend gebrauchen konnte. Wir sind schon gespannt, was unser Planungsteam für das nächste Jahr aushecken wird und freuen uns auf einen sicher erneut genialen Jugend-Jahresausflug 2013.
Und zum Abschluss noch ein Hinweis: Das Zahlenrätsel, das die Gruppe 3 am ersten Zwischenziel fast zum Scheitern brachte, hat etwas mit Primzahlen zu tun. Viel Spaß beim Knobeln!
Simon Leißler