2.6.2012
Jugend trainiert für Olympia:
Bundesfinale in Berlin: Das Tagebuch - Teil 2
Die Abstatterinnen Daniela Fetzer, Miriam Kurtzhals und Saskia Kurtzhals haben beim Bundesfinale des Schulwettbewerbs "Jugend trainiert für Olympia" in Berlin mit der Mannschaft des Herzog-Christoph-Gymnasiums Beilstein (HCG) einen sensationellen dritten Platz errungen. In der letzten Woche berichtete Daniela über die Anreise und den ersten Turniertag. Heute erzählen Saskia und Miriam im zweiten und letzten Teil des Berlin-Tagebuchs über den Tag der Entscheidung, die Party der Sieger, eine ungewollte Suchaktion und die Rückkehr in die Heimat.
 
Tag 3: Donnerstag, 10. Mai
Wie am Mittwoch mussten wir auch an diesem Tag wieder früh aus den Federn und fuhren nach dem Frühstück, mit einem Lunchpaket ausgestattet, mit der S-Bahn zur Sporthalle. Nachdem wir uns im Viertelfinale mit einem sehr knappen Sieg gegen Rheinland-Pfalz durchgesetzt hatten, traten wir nun im Halbfinale gegen Bayern an. Leider war diese Mannschaft dann doch einen Nummer zu groß für uns. Einzig Daniela konnte einen Ehrenpunkt für uns ergattern.
 

Das Halbfinale: Daniela Fetzer (rechts vorne) macht für ihre Teamkolleginnen Katharina Kircher und Marleen Krysl (rechts hinten v.l.) die Ballwahl vor dem Auftakt-Doppel gegen die Mädchenrealschule St. Ursula Donauwörth aus Bayern.
 
Nach diesen zwei anstrengenden Spielen hatten wir uns eine ca. dreistündige Pause verdient. Diese nutzten wir, um das nicht weit entfernte Museum vor dem Olympiastadion, den dazugehörigen Glockenturm mit der Olympischen Glocke und schließlich das Stadion selbst zu besichtigen. Dort liefen schon die Vorbereitungen für das an diesem Abend stattfindende Fußball-Relegations-Hinspiel Hertha BSC Berlin gegen Fortuna Düsseldorf und für das DFB-Pokalfinale am darauf folgenden Samstag auf Hochtouren.
Wieder zurück in der Halle, starteten wir dann frisch und erholt in das dritte Spiel dieses Tages, das Entscheidungsspiel um Platz 3 gegen Niedersachsen: Acht Matches Spannung pur - und schließlich mit 5:3 ein Sieg für uns - juhu! Wir hatten es tatsächlich auf das Treppchen geschafft! Nach diesem riesigen Erfolg war der Abend allerdings noch lange nicht zu Ende, im Gegenteil, es wurde sogar noch ein wenig hektisch, da wir gleich nach der Überreichung unserer Bronzemedaillen zurück ins Hotel fahren mussten, um uns kurz noch ein wenig frisch zu machen. Denn dann ging es auch schon wieder los, mit der von Relegationsspielfans und Musicalbesuchern vollgestopften S-Bahn zur Vorführung von "Tanz der Vampire" im Theater des Westens. Und damit begann für uns ein weiterer Höhepunkt! Schon das Haus selbst war ein Erlebnis: Ausgestattet mit roten Teppichen, goldenen Kronleuchtern und nicht zu vergessen den höflichen Angestellten, die uns sogar siezten. Die meisten von uns waren noch nie in einem richtigen Musical gewese n, weshalb die Vorführung mit einem gigantischen Orchester, gewaltigen Stimmen, tollen Schauspielern und einer spannenden und zum Teil auch witzigen Geschichte noch mehr zu einem unvergesslichen Erlebnis für uns alle wurde. Kurzum: einfach ein genialer Tag!
 
Tag 4: Freitag, 11. Mai
An diesem Tag konnten wir endlich mal etwas länger ausschlafen und mussten erst um 8.15 Uhr aus den Betten. Wie immer machten wir uns genüsslich über das Frühstücksbuffet her. Ausgestattet mit einem Lunchpaket in der einen und dem Foto in der anderen Hand, machten wir uns auf den Weg zur Stadtrundfahrt. Als die Karten dafür gekauft waren (wir bekamen einen Jugend-trainiert-für-Olympia-Rabatt!), dauerte es auch nicht mehr lange, bis wir gemütlich mit den Kopfhörern im Ohr auf den oberen Plätzen des Busses saßen. Es wehte ein kühler Wind durch unsere Haare, da der Bus kein Dach hatte. Hier ein Foto, dort ein Schnappschuss, es gab wirklich viel zu sehen, worüber uns die Sprecherin interessante Informationen lieferte.
Nach ca. zwei Stunden hatten wir dann fast alles Wichtige gesehen und gingen wieder zurück zum Hotel, um unsere Geldbeutel für eine kleine Shoppingtour einzupacken. In zwei Gruppen liefen wir durch die Stadt, besuchten auch das KaDeWe sowie das Hard Rock Café und kauften ein paar Postkarten bzw. Mitbringsel für unsere Mitschüler ein. Nach dem Stadtbummel hätte der Tag eigentlich fast schon zu Ende sein können, denn wir hatten heute viele tolle und spannende Dinge erlebt, aber am Abend wartete noch die Krönung: die Abschlussfeier für uns, die gleichzeitig auch die Eröffnungsveranstaltung für die diesjährigen "Jugend trainiert für Paralympics" war!
Mit einem Diabolokünstler, einer Trapezturnerin, die nebenher Geige spielte, und verschiedenen Tanzaktionen wurde der Abend untermalt. Außerdem wurden die drei Sieger der jeweiligen sportlichen Disziplinen auf die Bühne gerufen. Als Stellvertreterin unserer Schule nahm Katharina Kircher den Pokal entgegen. Übrigens: Immer wenn eine Mannschaft aus Baden-Württemberg auf die Bühne gerufen wurde, hörte man den lautesten Applaus - meistens aus unserer Ecke kommend! Es war einfach gigantisch! Zum Abschluss gab es noch eine Party, bei der alle zum Tanzen auf die Bühne durften, was wir auch ausgiebig nutzten. Und so fielen wir weit nach Mitternacht völlig erschöpft, aber glücklich in unsere Betten.
 

Das HCG-Team beim Besuch des Holocaust-Mahnmals, das an die millionenfache Ermordung der Juden im 2. Weltkrieg erinnert (v.l. Daniela Fetzer, Marina Kubelj, Saskia Kurtzhals, Betreuerin Maren Essig, Marleen Krysl).
 
Tag 5: Samstag, 12. Mai
Als wir um ca. 8.00 Uhr das Klingeln des Weckers hörten, wussten wir gar nicht recht, ob wir uns freuen oder eher traurig sein sollten. Dies war der letzte Tag in Berlin! Um 10 Uhr mussten wir das Zimmer verlassen, so blieb uns also noch ein bisschen Zeit, da unser ICE erst um 13.15 Uhr am Hauptbahnhof abfahren würde. Maren, unsere Betreuerin, schlug eine Besichtigung des Holocaust-Denkmals vor und so machten wir uns zu Fuß auf den Weg dorthin. Viele graue Klötze waren nebeneinander aufgestellt, mit vielen schmalen Wegen dazwischen. Wir liefen einmal quer durch das Denkmal, bis wir auf der anderen Seite herauskamen. Gerade, als wir wieder zurückgehen wollten, fiel uns auf, dass zwei Mädels nicht mehr bei der Gruppe waren.
Also veranstalteten wir eine Suchaktion, in der jeder eine Reihe übernahm. Das Problem war nämlich, dass man dort möglichst nicht so laut schreien sollte. Wir mussten also beinahe jeden Stein abklappern, doch am Ende fanden wir die beiden und fuhren glücklich zum Hauptbahnhof. Dort sorgten wir dann noch für ausreichend Proviant für die Heimfahrt und besorgten hier und da eine Kleinigkeit. Schließlich traf der Zug ein und es ging los. Wir mussten dreimal umsteigen, um am Heilbronner Bahnhof anzukommen, wo unsere Eltern schon auf uns warteten und uns freudig in die Arme schlossen.
Wir hatten richtig viel Spaß und es war eine großartige Erfahrung für uns alle!
 

Mit vielen Erinnerungen im Gepäck zurück nach Hause: Daniela Fetzer (links) und Jessica Wenninger auf ihrer Rückfahrt nach Abstatt.
 
Miriam und Saskia Kurtzhals