Wir sind zuhause!

Mehr als doppelt so viele Niederlagen wie die letzten vier Saisons zusammen, der mit Abstand schlechteste Tabellenplatz seit einem halben Jahrzehnt! Fakten, die wohl für jedes andere Team eine absolut desaströse Runde bedeuten würden, heißen für die Herren 2 nur eines: Unsere lange Reise ist zu Ende, wir sind endlich angekommen!
Der große Triumphzug eines der erfolgreichsten Teams der Abstatter Vereinsgeschichte begann in der Saison 2006/2007 mit der Meisterschaft in der Kreisklasse C. Verstärkt durch die Landesliga-Reserven Gunther Schmidt und Markus Mack stiegen wir in die B-Klasse auf, von dort aus ging es immer weiter nach oben: Kreisklasse A, Kreisliga, Bezirksklasse - vier Meisterschaften, vier Aufstiege und obendrauf noch vier Pokalmeister-Titel in Serie! Fast jede Saison kamen neue starke Spieler ins Team, die Herren 2 war nicht zu stoppen. Beim Durchmarsch durch die Ligen wurden keine Gefangenen gemacht, nur vier Niederlagen in vier Jahren. In Rekordzeit schloss die Zweite die große Lücke zu den Landesliga-Herren der Ersten, 69 Siege in 74 Spielen seit dem 24. September 2006.
Auch in der Bezirksklasse hätten wir uns wieder nach ganz oben orientieren können, mit Neuzugang Ines Marquardt aus der Damen-Oberliga und unserem an Eins aufgestellten Landesliga-Veteranen Andreas Gall war das Spielerpotenzial mehr als vorhanden. Aber bereits vor der Runde trafen wir die Entscheidung zu bleiben. Ines hätte als Frau in der nächsthöheren Klasse, der Bezirksliga, laut Verbands-Reglement nicht mehr mitspielen dürfen, außerdem wollte das Team mit einem rotierenden System dafür sorgen, dass alle - auch die nun offiziell in der Dritten aufgestellten Herren-2-Stammspieler der letzten Saison - möglichst gleich viele Einsätze bekommen. So traten wir genau genommen fast die ganze Runde über immer mit zwei Mann Ersatz an. Andi Gall wurde nie eingesetzt, vom restlichen Kader - Ines Marquardt, Markus Mack, Gunther Schmidt, Frank Dreeßen, Werner Kropsbauer, Konstantin Agapov, Simon Leißler - pausierte pro Spiel immer jeweils einer. Und trotz des Antretens "mit angezogener Handbremse" waren die Abstatter ab solut konkurrenzfähig.
Die Saison begann mit zwei hohen Siegen über Kirchhausen und Zaberfeld und schloss damit erst einmal nahtlos an die letzten Spielzeiten an. Doch dann wurden die Begegnungen immer härter und ausgeglichener und die Mannschaft musste sich an etwas schon beinahe Vergessenes wieder ganz neu gewöhnen: Widerstand! Von der erweiterten Tabellenspitze rutschten wir durch fünf Niederlagen in Folge zum Ende der Vorrunde hinunter auf den siebten Tabellenplatz und mussten uns auf einmal sogar mit dem Thema Abstiegskampf beschäftigen. In der Rückrunde fand die Herren 2 dann aber wieder zu ihrer Form und zeigte bald, dass sie ganz klar in der richtigen Liga ist. Erst schlugen wir mit einem starken 9:4 den späteren Vizemeister Heilbronn, dann bezwangen wir mit den (ersatzgeschwächten) Untereisesheimern als einzige Mannschaft auch noch den Bezirksklasse-Meister. Am Ende schlossen wir die Saison sicher als Fünfter ab, lediglich einen einzigen Punkt entfernt von einem Platz auf dem Treppchen.
 

 
Kein Durchmarsch, keine Dominanz, keine Titel - aber dafür eine spannende Saison in einer unheimlich ausgeglichenen Liga, ohne Druck, ohne große Erwartungen, mit vielen heißen Begegnungen, eine Saison, in der ein Sieg nicht mehr nur reine Pflichterfüllung war, sondern etwas, das man wieder ausgelassen feiern durfte. Die Herren 2 hat mit der Bezirksklasse die passende Liga für sich gefunden, wir sind zuhause!
Simon Leißler